Gleichstellung
Grundlagen

Die Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern und Frauenförderung an der Hochschule RheinMain basieren auf folgenden Gesetzen:

  •  Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (GG), Art. 3 Abs. 2
  •  Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG)
  •  Verfassung des Landes Hessen (HV), Art. 1
  •  Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), § 1
  •  Hochschulrahmengesetz (HRG), §§ 2, 3
  •  Hessisches Hochschulgesetz (HHG), § 5
  •  Hessisches Gleichberechtigungsgesetz (HGlG)

Die allgemeinen gesetzlichen Regelungen sind für die Hochschule RheinMain verpflichtend.

Über die gesetzlichen Grundlagen hinaus greifen Maßnahmen der Frauen- und Familienförderungen auch in offiziell verabschiedeten Regelungen und Vereinbarungen der Hochschule RheinMain

Aktuell gelten u.a.:

  •  Grundordnung
  •  Entwicklungsplan der Hochschule
  •  Zielvereinbarung Auditierungsverfahren "Familiengerechte Hochschule"
  •  Personalentwicklungskonzept (in Überarbeitung)
  •  Entsprechende Dienstvereinbarungen (Telearbeit, partnerschaftliches Verhalten, flexible Arbeitszeit...)
  •  Regelung zur aktiven Rekrutierung von Frauen

"Sprache ist ein Produkt historisch-gesellschaftlicher Phänomene, also stellt sie auch Produktion und Reproduktion gesellschaftlicher Verhältnisse dar." (Universität Linz, S. 3.)


Häufig wird die Auseinandersetzung mit dem Thema "geschlechtergerechter" oder in den letzten Jahren auch "diskriminierungsfreier" Sprache recht emotional und polarisierend geführt und es herrscht häufig Unsicherheit und Verwirrung über den "politisch korrekten" Gebrauch von Sprache.

Dabei spiegelt sich die Gleichbehandlung von Frauen und Männern auch im Sprachgebrauch wider. Frauen dürfen in männlichen Formulierungen nicht länger nur "mitgemeint" sein, sondern müssen auch selbst sprachlich in Erscheinung treten.

Es gibt viele Möglichkeiten, Texte geschlechtergerecht und/oder geschlechtsneutral und diskriminierungsfrei zu formulieren.

Neben den rechtlichen Vorschriften zum Gebrauch im öffentlichen Dienst ("Vorschriftensprache") können Sie je nach Kontext und Zielgruppe kreativ mit Sprache umgehen.

Im der folgenden Handreichung finden Sie eine kurze Einführung. Für Fortgeschrittene gibt es weiterführende Literaturangaben.

Sammlung einer Auswahl an Studien zur geschlechtergerechter Sprache

Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte ist zuständig für die Wahrnehmung der Rechte nach § 17 Abs. 1 HGIG aller Frauen-Gruppen der Hochschule RheinMain.

Sie berät bei der Struktur- und Entwicklungsplanung der Hochschule sowie bei allen sozialen, organisatorischen und personellen Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in unterrepräsentierten Bereichen. Außerdem ist sie die Ansprechpartnerin für alle Hochschulangehörigen in Gleichstellungsfragen, Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie sowie in Fällen von Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts. 

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Silke Paul Dipl.-Päd. M.A.
Telefon: +49 611 9495-1199
E-Mail: frauenbeauftragte(at)hs-rm.de

Stellvertretende Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte: Dr. jur. Yvonne Gondolf

Aufgaben
  • Berufungsverfahren/ Personalauswahlverfahren
  • Förderung der beruflichen Entwicklung von Frauen
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Schutz vor sexueller Belästigung und Mobbing
  • Gremienarbeit in der Hochschule
  • Information und Beratung
  • Projektarbeit im Rahmen der Frauen- , Familien- und Gleichstellungsförderung
  • Hochschulübergreifende Interessensvertretung (LaKoF, Bukof)

Präsidiumsbeschluss vom 4. Dezember 2007
Senatsbeschluss vom 8. Januar 2008

Die Hochschule RheinMain verleiht jährlich einen Frauenförderpreis für herausragende Projekte zur Förderung und zum Anstoß von Maßnahmen, die spürbar die Förderung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter vorantreiben und die Vereinbarkeit von Beruf/Studium und Familie an der Hochschule erleichtern. Damit soll das Engagement von einzelnen und von Gruppen in diesen Bereichen hervorgehoben werden. Angesprochen werden gleichermaßen Frauen und Männer aus der Gruppe der Studierenden, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Lehrenden.

Ausgezeichnet werden können insbesondere

  • Maßnahmen oder Projekte, die geeignet sind, die Studentinnenzahl in Studiengängen mit geringem Frauenanteil zu erhöhen
  • Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils bei den Lehrenden, vor allem in Studiengängen mit geringem Studentinnenanteil
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Studiensituation von Frauen
  • Maßnahmen zur Förderung und Qualifizierung von Studentinnen in Hinblick auf deren erfolgreichen Berufseinstieg
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. Beruf
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation und -situation für Frauen
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Mitwirkungs- und Beteiligungsmöglichkeiten an allen Entscheidungen der Hochschule für Frauen
  • Maßnahmen zur Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Pflegebedürftige

Neben abgeschlossenen Maßnahmen können auch geplante Vorhaben gefördert werden, wenn sie den Vergabekriterien entsprechen.

Über die Vergabe des Preises entscheidet der Senat auf Vorschlag des Präsidiums. Vorschläge und Eigenbewerbungen von Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule sind bis zum 15. Juni eines jeden Jahres an das Präsidium zu richten.

Die Verleihung des Preises erfolgt jährlich im Rahmen einer Feierstunde durch die Präsidentin oder durch den Präsidenten. Die Auszeichnung besteht aus einer Urkunde sowie einem Geldpreis.

Der Geldpreis beträgt 6000 €. Er kann in bis zu drei Teilpreisen vergeben werden. In den Fällen, in denen dem Präsidium keine oder nur wenig überzeugende Vorschläge vorgelegt werden können, kann das Preisgeld in das nächste Jahr übertragen werden.

Der Geldpreis ist für Belange der Hochschule zu verwenden. Das Geld ist innerhalb von 2 Jahren zu verwenden; über die Art der Verwendung ist dem Präsidium zu berichten.

In der 125. Senatssitzung am 11. November 2014 hat der Senat die Einsetzung der Senatskommission für Gleichstellung gemäß § 14 Abs. 3 der Grundordnung der HSRM beschlossen.

Die Aufgabe der Senatskommission für Gleichstellung ist, in Kooperation mit der Frauenbeauftragten das Präsidium in allen Fragen der Gleichstellungspolitik (Gender Mainstreaming) zu beraten.
Die Senatskommission setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
 

Frauenbeauftragte (Vorsitz)

Silke Paul, Dipl.-Päd., M.A.

Mitglied des Präsidiums

Prof. Dr. Detlev Reymann, (Präsident)

Gruppe der Professorinnen und Professoren (fünf Mitglieder)

Prof. Dr.-Ing. Konstanze Anspach, Fachbereich Ingenieurwissenschaften

Prof. Dr. Davina Höblich, Fachbereich Sozialwesen

Prof. Dr.-Ing. Corinna Rohn, Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen

Prof. Dr.-Ing. Ludger Martin, Fachbereich DCSM

Prof. Dr. Jürgen Telke, Fachbereich WBS

Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (zwei Mitglieder)

Dr.-Ing. Isabella de Broeck, Fachbereich Ingenieurwissenschaften

Axel Zuber, Fachbereich Ingenieurwissenschaften

Gruppe der administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (zwei Mitglieder)

Birte Müller-Heidelberg, Feedbackmanagement

Michael Karch, Abteilung II.1 Finanzcontrolling

Gruppe der Studierenden (zwei Mitglieder)

Philipp Klingemeier

Katharina Elfe

§ 14 Abs. 3 der Grundordnung

Die Senatskommission für Gleichstellung wird von der Frauenbeauftragten geleitet. In ihr sollen Mitglied sein: die Frauenbeauftragte, ein Mitglied des Präsidiums, fünf Vertreterinnen und Vertreter aus der Gruppe der Professorinnen und Professoren, wobei jeder Fachbereich mit einer Professorin bzw. einem Professor vertreten sein sollte und mindestens zwei dieser Mitglieder männlich sein sollten, sowie aus den anderen im Senat vertretenen Gruppen je eine Vertreterin und je ein Vertreter. Die Kommission tagt mindestens einmal im Semester.

Grundlage des Frauenförder- und Gleichstellungsplans (vormals Frauenförderplans) sind die Vorgaben des § 5 ff. HGIG (vormals § 4 ff. HGIG), die jede Dienststelle verpflichten, einen solchen zu erstellen. Das Gesetz sieht vor, dass der Frauenförder- und Gleichstellungsplan von der Dienststelle zu erarbeiten ist und die Zustimmung der Frauenbeauftragten und des Gesamtpersonalrates finden muss, um gültig zu werden. Gemäß § 7 Abs. 4 (vormals § 6 Abs. 4 HGIG) wird der Frauenförderplan im Benehmen mit der Dienststelle, die die Rechtsaufsicht ausübt, aufgestellt.

Das Präsidium der Hochschule RheinMain (HSRM) hat die AG Gleichstellung mit der Erarbeitung der Fortschreibung des Frauenförderplans beauftragt. Die AG Gleichstellung arbeitete unter der Leitung der Frauenbeauftragten, Silke Paul.

Die Arbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Leitung der Abteilung III Personal/Recht, Frau Carola Langer, die vorgelegten Tabellen erstellte Frau Schmitz, Abt. III.

Die AG Gleichstellung hat das Dokument entworfen, diskutiert und akzeptiert.
Die Hochschulleitung hat sich diesen zu Eigen gemacht. Der Gesamtpersonalrat hat am 23.03.2015 seine Zustimmung gegeben.

Der Senat hat nach § 36 Abs. 2 Ziffer 11 HHG seine Stellungnahme abgegeben.

 Frauenförderplan 2012 - 2017

Das Zertifikat zum audit "familiengerechte hochschule" wurde der Hochschule RheinMain am 15.03.2017 zum vierten Mal bestätigt. Für die nächsten 3 Jahre hat sich die Hochschule RheinMain unter anderem folgende Ziele gesetzt:

  • Einrichtung einer Familienservicestelle als zentrale Anlaufstelle für Studierende und Beschäftigte mit Beratung und Information rund um das Thema "Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie"
  • Verstetigung der Services und des Informationsportals "FamilienKompass"
  • Enge Zusammenarbeit mit der Studierendenvertretung AStA zur Kommunikation und Beratung "Studium und Kind"
  • Erhöhung der Planungssicherheit bei Lehrveranstaltungen
  • Sensibilisierung von Führungskräften für das Thema "familiengerechte Hochschule"
  • Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagement

 Zielvereinbarungen 2017
 Familienbegriff der Hochschule

Informationen zum Zertifikat
Die Hochschule RheinMain hat am 26. März 2007 das Zertifikat "familiengerechte hochschule" erhalten. Mit dem Grundzertifikat bescheinigt die berufundfamilie gGmbH der Hochschule RheinMain, dass das audit familiengerechte hochschule erfolgreich durchgeführt wurde. Im Rahmen der Re-Auditierung 2016 / 2017 wurden der Bestand der Angebote zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie begutachtet. Die Hochschule RheinMain bekam am 15. März 2017 die erneute erfolgreiche Durchführung des audit "familiengerechte hochschule" bestätigt und definierte weiterführende Zielvorgaben zur Verwirklichung familiengerechter Studienbedingungen sowie einer familienbewussten Personalpolitk.

Alle Begriffe beziehen sich auf verschiedene Personengruppen.

Gesetzliche Aufgabe der Hochschule und Bezugspunkt für den Förderplan gemäß HGIG ist die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern mittels Frauenförderung.

Gleichbehandlung

Personen, die sich in gleicher Rechtslage befinden, sind gleich zu behandeln, direkte oder indirekte Diskriminierungen sind zu vermeiden (z.B. im Arbeitsrecht)

Gleichberechtigung

Juristische Gleichbehandlung von Menschen (festgeschrieben z.B. im Hessischen Gleichberechtigungsgesetz oder Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz)

Gleichstellung

Maßnahmen der Angleichung von im Prinzip gleichberechtigten heterogenen Bevölkerungsgruppen (Gesetze ergeben nicht automatisch faktische Gleichbehandlung)

Chancengleichheit

Gleiche Ausgangs-/Zugangsbedingungen für alle oder auch Gleichverteilung der Erfolgschancen (gleiche Behandlung bedeutet nicht automatisch gleiche Zugangsbedingungen = Chancengleichheit)

Frauenförderung

Gleichstellungsvorsorgemaßnahmen - Unterstützungs- und Fördermaßnahmen

Unterrepräsentanz

Frauen sind unterrepräsentiert, wenn in einem Fachbereich, einer zentralen Einrichtung oder der zentralen Hochschulverwaltung innerhalb der Studierendenschaft sowie einer Lohn-, Vergütungs- oder Besoldungsgruppe, unterteilt nach wissenschaftlichem und administrativ-technischem Personal, weniger Frauen als Männer vertreten sind.